T-Lab

Transformative Prozesse an Hochschulen gestalten

Hochschulen sind durch ihre dezentrale Struktur mit stark autonom agierenden Einheiten geprägt. Diese Autonomie, die teilweise gesetzlich verankert ist, macht Veränderungsprozesse hin zu einer nachhaltigen Hochschule anspruchsvoll und zugleich besonders wirkungsvoll. 
Transformationen entstehen dabei im Zusammenspiel äußerer Impulse und der inneren Bereitschaft der Beteiligten, ihr Bewusstsein sowie ihre Handlungsmuster zu reflektieren und weiterzuentwickeln.


Zielgruppe und Format

Vor diesem Hintergrund unterstützte unser neu entwickeltes DG HochN-Format des Transformationslabors (T-Lab) 2025 knapp 30 Hochschulangehörige dabei, transformative Prozesse aktiv zu gestalten. Im Fokus standen drei zentrale Kompetenzfelder: der Ausbau eines systemischen Verständnisses von Hochschulen, die Entwicklung von Gestaltungsfähigkeit für Veränderungsprozesse sowie die Stärkung konkreter Handlungskompetenzen, insbesondere auf Grundlage der sogenannten Theorie U.


Highlight des Formats

Ein besonderes Ereignis war die Durchführung des T-Labs im Juni 2025 in den Atelier Gardens in Berlin. Die Veranstaltung stand unter der Leitfrage, wie der „Boden“ für Transformation so bereitet werden kann, dass Hochschulen ihre Gemeinschaft stärken und einen Beitrag zur Regeneration des Planeten leisten können.

Kurzbeschreibung

Im Rahmen dieses Präsenzformats wurden die Teilnehmenden durch einen vollständigen U-Prozess begleitet. Ziel war es, ein vertieftes Verständnis des Hochschulsystems zu entwickeln, individuelle Transformationsanliegen zu schärfen und darauf aufbauend erste prototypische Lösungsansätze zu entwerfen. Der Prozess zeichnete sich durch eine hohe methodische Vielfalt aus: Neben Journaling und strukturierten Gesprächsrunden kamen unter anderem Systemaufstellungen, ein individueller Reflexionsspaziergang („Solo“), kollaboratives 3D-Mapping mit physischen Objekten, eine Coaching Clinic sowie Formate zur Prototypenentwicklung zum Einsatz.

Das besondere Ambiente der Atelier Gardens trug zusätzlich dazu bei, einen offenen und kreativen Raum für Reflexion und Entwicklung zu schaffen. Der Gesamtprozess wurde durch vorbereitende und nachbereitende Online-Formate ergänzt.

Die Anliegen reichten von Studiengangsentwicklung (BNE-Integration), über impact-orientierte Lehre, interdisziplinäres Lernen, Motivation und Rollenklärung bis zu Fragen der Hochschulkultur, studentischem Engagement und persönlichem Veränderungsverhalten. Mehrere Lehrende haben anschließend ihre Lehrveranstaltungen reflexiv, prototypisch oder vollständig entlang des U-Prozesses umgestaltet. Insgesamt wurde das T-Lab als inspirierender und wirkungsvoller Erfahrungsraum wahrgenommen, der sowohl individuelle Lernprozesse als auch gemeinschaftliche Transformationsdynamiken angestoßen hat.

Organisation

Das T-Lab wurde von Prof. Dr. Georg Müller-Christ und Dr. Bror Giesenbauer geleitet, gemeinsam mit den erfahrenen Vertreter:innen der Theorie U, Dr. Katrin Käufer, Co-Autorin der Theorie U und Leiterin des Presencing Institutes am MIT, sowie Götz Feeser, Presencing Institute Europa.